3. Bericht aus Berlin

Lie­be Freun­de,

die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung des Deut­schen Bun­des­tags am 24. Okto­ber 2017 haut­nah mit­er­le­ben zu dür­fen, war ein fan­tas­ti­sches Erleb­nis und ich hat­te Gän­se­haut, als der Applaus unse­rer 92 Abge­ord­ne­ten erst­mals auf­bran­de­te.

An die­ser Stel­le dan­ke ich noch­mals allen, die der AfD die­sen Ein­zug in den Bun­des­tag und uns damit die Mög­lich­keit ver­schafft haben, uns für eine bes­se­re Poli­tik für die Zukunft Deutsch­lands ein­zu­set­zen.

Los ging es nach einem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst am frü­hen Mor­gen mit einer letz­ten Vor­be­spre­chung der AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on.

Dann erfolg­te der Ein­zug in den Ple­nar­saal.

Und spä­tes­tens, als Dr. Bernd Bau­mann die ers­te — wie ich mei­ne, her­vor­ra­gen­de — Rede eines AfD-Abge­ord­ne­ten im Deut­schen Bun­des­tag hielt, wur­de deut­lich:

Wir sind eine Macht. Man kann nicht mehr an uns vor­bei. Ab jetzt weht ein ande­rer Wind im Deut­schen Bun­des­tag. Es gibt wie­der eine ech­te Oppo­si­ti­on.

VIDEO !! Rede Dr. Bernd Bau­mann: https://youtu.be/km7WtG65jsU

Den Abge­ord­ne­ten der eta­blier­ten Par­tei­en dürf­te es him­mel­angst gewor­den sein, als sie rea­li­siert haben, wie laut die AfD-Frak­ti­on im Bun­des­tag zu hören ist, wie ein­ver­nehm­lich und geschlos­sen sie auf­tritt und wie ver­nünf­tig und unan­greif­bar wir uns ver­hal­ten haben.

Es wird in der Zukunft immer schwie­ri­ger wer­den, falsch und ten­den­zi­ös über uns zu berich­ten. Denn da waren — für ganz Deutsch­land offen­sicht­lich — kei­ne „Nazis mit Glat­zen und Sprin­ger­stie­feln“ zu sehen, son­dern authen­ti­sches Bür­ger­tum. Das­je­ni­ge Bür­ger­tum, wel­ches von den Alt­par­tei­en in den letz­ten Jahr­zehn­ten ver­nach­läs­sigt wur­de und wel­ches über so lan­ge Zeit kei­ne Stim­me im Bun­des­tag hat­te.

Als vor­läu­fi­ge Schrift­füh­re­rin des Deut­schen Bun­des­ta­ges durf­te ich mir einen ers­ten Ein­blick in die Arbeits­wei­se des Bun­des­tags­prä­si­di­ums ver­schaf­fen. Man kann als Schrift­füh­rer an ver­schie­de­nen Stel­len ein­ge­setzt wer­den. Oft  sitzt man rechts oder links neben dem Bun­des­tags­prä­si­den­ten und unter­stützt die­sen bei der Ver­samm­lungs­lei­tung. Mei­ne Auf­ga­be war die­ses Mal die Aus­zäh­lung der Wah­len sowie die Aus­ga­be und Über­wa­chung der Stimm­kar­ten. Dabei kam ich immer wie­der in unmit­tel­ba­ren Kon­takt mit den Abge­ord­ne­ten der ande­ren Frak­tio­nen. Vie­le waren mir gegen­über über­ra­schend auf­ge­schlos­sen und ich ver­mu­te, dass so man­cher klamm­heim­lich froh ist, dass wir da sind.

Die Aus­zäh­lung selbst ver­lief hoch­pro­fes­sio­nell. Die Bun­des­tags­ver­wal­tung arbei­tet auch hier mit wahr­haft preu­ßi­scher Genau­ig­keit. Am Tag zuvor hat­te man uns vor­aus­ge­sagt, dass die Aus­zäh­lung bis 15.45 Uhr dau­ern wür­de, wenn die Wah­len bereits im ers­ten Wahl­gang abge­schlos­sen sei­en, bis 17.00 Uhr, wenn wir dafür meh­re­re Wahl­gän­ge benö­tig­ten. Unglaub­lich, aber wir waren tat­säch­lich exakt um 16.59 Uhr fer­tig!

Hier noch ein­mal die Stimm­ergeb­nis­se im Ein­zel­nen.

Wahl des Bun­des­tags­prä­si­den­ten:

Dr. Wolf­gang Schäub­le: abge­ge­be­ne Stim­men: 705/ gül­tig: 704/ Ja-Stim­men: 501/ Nein-Stim­men: 173/  Ent­hal­tun­gen: 30

Wahl der Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­ten:

  1. Wahl­gang

Dr. Hans-Peter Fried­richs: abge­ge­be­ne Stim­men: 703/ gül­tig: 701/ Ja-Stim­men: 507/ Nein-Stim­men: 112/  Ent­hal­tun­gen: 82

Tho­mas Opper­mann:  abge­ge­be­ne Stim­men: 703/ gül­tig: 697/ Ja-Stim­men: 396/ Nein-Stim­men: 220/  Ent­hal­tun­gen: 81

Albrecht Gla­ser: abge­ge­be­ne Stim­men: 703/ gül­tig: 691/ Ja-Stim­men: 115/ Nein-Stim­men: 550/  Ent­hal­tun­gen: 26

Wolf­gang Kubicki: abge­ge­be­ne Stim­men: 703/ gül­tig: 700/ Ja-Stim­men: 489/ Nein-Stim­men: 100/  Ent­hal­tun­gen: 111

Petra Pau: abge­ge­be­ne Stim­men: 703/ gül­tig: 697/ Ja-Stim­men: 456/ Nein-Stim­men: 187/  Ent­hal­tun­gen: 54

Clau­dia Roth: abge­ge­be­ne Stim­men: 703/ gül­tig: 700/ Ja-Stim­men: 489/ Nein-Stim­men: 166/  Ent­hal­tun­gen: 45

  1. Wahl­gang:

Albrecht Gla­ser: abge­ge­be­ne Stim­men: 697/ gül­tig: 696/ Ja-Stim­men: 123/ Nein-Stim­men:  549/  Ent­hal­tun­gen: 24

  1. Wahl­gang:

Albrecht Gla­ser: abge­ge­be­ne Stim­men: 685/ gül­tig: 685/ Ja-Stim­men: 114/ Nein-Stim­men:  545/  Ent­hal­tun­gen: 26

Wie man sieht, wur­den die Kan­di­da­ten der Alt­par­tei­en mit zum Teil über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit gewählt, wohin­ge­gen nur der AfD-Kan­di­dat Albrecht Gla­ser in allen drei Wahl­gän­gen abge­lehnt wur­de. Jetzt wird es dar­auf ankom­men, ob der Ältes­ten­rat einem vier­ten Wahl­gang von Herrn Gla­ser zustimmt.

Trotz die­ses Wer­muts­trop­fens war der 24. Okto­ber 2017 ins­ge­samt betrach­tet ein Tag der Freu­de und des Tri­umphs für die AfD, für die Demo­kra­tie und die Zukunft unse­res wun­der­ba­ren Vater­lan­des.

Ein rei­nes Ver­gnü­gen war es übri­gens auch, Prof. Dr. Jörg Meu­then auf der Tri­bü­ne beob­ach­ten zu kön­nen. Er strahl­te über das gan­ze Gesicht und war sicht­lich stolz auf sei­ne AfD-Kol­le­gen unten im Ple­num.

Nach der Sit­zung nah­men wir noch an einem kur­zen, aber sehr ange­neh­men Emp­fang auf der Frak­ti­ons­ebe­ne unter­halb der Reichs­tags­kup­pel teil.

Gleich am nächs­ten Tag ging es mit der inter­nen Sit­zung unse­rer AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on wei­ter. Wir haben unter­ein­an­der die ers­ten Anträ­ge abge­stimmt, aus­for­mu­liert und die Beset­zung der Aus­schüs­se vor­be­rei­tet.

Einer der Anträ­ge wur­de mitt­ler­wei­le ver­öf­fent­licht und ist aus­führ­lich und mit Begrün­dung hier nach­zu­le­sen:

Druck­sa­che 19/27
Antrag Ein­hal­tung des Ver­fas­sungs- und EU-Ver­trags­rechts bei der Euro-Sta­bi­li­sie­rung sowie bei den Vor­schlä­gen für eine Fis­kal­uni­on und für einen EU-Finanz­mi­nis­ter

Neben der Frak­ti­ons­ar­beit habe ich die Gele­gen­heit zu mei­ner ers­ten per­sön­li­chen schrift­li­chen Anfra­ge an die Bun­des­re­gie­rung ergrif­fen.

Die rah­me ich mir ein. Beson­de­res „Schman­kerl“: Die Abge­ord­ne­ten dür­fen sich die Ver­si­on des Adlers auf dem Brief­kopf aus­wäh­len. Ich konn­te mir nicht ver­knei­fen, für mei­ne Kor­re­spon­denz die Adler­ver­si­on von der Rück­sei­te des  Zwei-DM-Stü­ckes zu wäh­len.

Den Rest die­ser ereig­nis­rei­chen Woche haben wir in Ber­lin ver­bracht. Der Auf­bau voll funk­ti­ons­fä­hi­ger Abge­ord­ne­ten­bü­ros in Ber­lin und in den Wahl­krei­sen sowie der Mit­ar­bei­ter­rie­ge hin­ter den Abge­ord­ne­ten wird uns in den nächs­ten Mona­ten sehr beschäf­ti­gen. Unter ande­rem wer­den wir viel Zeit auf den vom Bun­des­tag ange­bo­te­nen Schu­lun­gen und Semi­na­ren ver­brin­gen, die uns auf die täg­li­che Arbeit als Abge­ord­ne­te und Mit­ar­bei­ter vor­be­rei­ten sol­len. Die nächs­te Sit­zung des Bun­des­ta­ges wird erst in der 47. Kalen­der­wo­che statt­fin­den, sodass ich ver­mut­lich erst Anfang Dezem­ber wie­der einen Bericht aus Ber­lin ver­schi­cken wer­de.

Bis dahin herz­li­che Grü­ße!

Ihre/Eure

Maria­na Har­der-Küh­nel